28. März 2013

Terrific Border Crossing / Verstehen Sie Spaß - oder was?


The Snow of Kilimanjaro - and Kenya is close behind the mountain
Schnee auf dem Kilimandscharo - und Kenia liegt direkt hinter dem Berg
Yes, you are seeing correctly: there is a little guy sitting up there.
Who needs high seats, they are stuffy;-).
Ja, ihr seht richtig: dort oben sitzt ein kleiner Kerl.
Wer braucht schon Hochsitze, die sind ja spießig;-).
Unbelievable, but it is already three months ago when we entered Tanzania for the first time. We can extend our visa for a month at the immigration office in any bigger town in the country, but only if we catch the right official. Since we want to stay longer than four weeks anyway, we decide to leave the country to Kenya. With a bit of luck we can re-enter Tanzania - together with a new visa for three months - on the same day, otherwise the next day. Thus we are going to the next border crossing in Namanga. Thanks to a perfectly tarred road we are fast in the village which is about 100 kilometres away from Arusha.

We go to the Tanzanian immigration officers in order to receive our exit stamps. A friendly young border guard asks why we want to leave his country. Martin says we would like to stay, but our visa expire, thus we have to leave. No, we have not, is his answer, he could help us. And how, Martin wants to know. He can organize a new three-months-visa for us, he declares. Martin and I first look at each other, then at him. Oh, we see, when we leave to Kenya and then come back. No, we would not do that, he replies, he could do it for us. PARDON? How much would we have to pay, we want to know. The same amount as before, he responds. 50 USD per person, we ask. Yes, exactly, is his answer. Okay, then we go for it, we decide, being still pretty staggered by this phenomenal offer. After that the officer puts two large visitor's chairs together and vanishs quickly with our two passports.

Martin and I look at each other wondering. Various scenarios cross our mind at the same time. „Is he now up and away with our passports?“ „Uh? Is he now really going with them to the Kenyan side and back?“ „Does he want to earn some extra money?“ However every ten minutes he comes over to keep us informed. On the Kenyan side is a long waiting queue and his assistant is there too, waiting on our behalf, he lets us know.

About 40 minutes later he comes back with our passports, showing us the new visa with the current validity. We pay 100 USD, the regular price, and Martin thanks him heartily: „Thank you so much! That was an outstanding service!“ Whereupon he responds with a dry: "Why cerntainly! This is our job!“

„Keep it up, please! We tourists thank you!“ 


Again we look at each other entirely irritated. We can not really believe what has been going on here. Just some days later it becomes clear, when Jörg Gabriel tells us: Last September the Tanzanian Minister for Tourism made a surprise visit to this border crossing. He found out a number of deficiencies which he complained about - apparently with sustained success. We congratulate the Minister on this activity and encourage him: „Keep it up, please. We tourists thank you!“



Verstehen Sie Spaß - oder was?


Unglaublich, doch es ist schon drei Monate her, als wir zum ersten Mal nach Tansania eingereist sind. Die Visa kann man zwar bei der Einwanderungsbehörde in den großen Städten des Landes um einen Monat verlängern, allerdings nur, wenn man an den richtigen Beamten gerät. Da wir eh noch länger als vier Wochen bleiben wollen, entscheiden wir uns, nach Kenia auszureisen. Mit etwas Glück können wir - mit neuem Visum für weitere drei Monate - am selben Tag wieder einreisen, andernfalls erst am nächsten Tag. So fahren wir zum nächstgelegenen Grenzübergang nach Namanga. Der Ort liegt etwa 100 km von Arusha entfernt und ist über die hervorragend geteerte Straße schnell erreicht. 

Wir gehen also zu den tansanischen Grenzbeamten, um unsere Ausreisestempel zu erhalten. Ein sympathischer junger Grenzer will wissen, warum wir denn sein Land verlassen wollen. Martin meint, das wollen wir ja gar nicht. Wir würden gerne bleiben, doch     unsere Visa laufen aus und so müssen wir wohl ausreisen. Müssen wir nicht, sagt der Grenzer, er könne uns helfen. Wie das, fragen wir ihn. Er könne uns neue 3-Monats-Visa besorgen, antwortet er. Martin und ich schauen zuerst uns irritiert an, danach ihn. Ach so, sagen wir, logisch, wenn wir nach Kenia ausreisen und dann wieder zurück kommen. Nein, das bräuchten wir gar nicht, erwidert der Grenzer, das würde er für uns erledigen. WIE BITTE? Was soll das denn kosten, will Martin wissen. Das Gleiche wie beim ersten Mal. 50 USD pro Person, fragen wir. Ja, genau, antwortet er. Okay, dann machen wir das so, beschließen wir, reichlich überrascht über dieses phänomenale Angebot. Daraufhin rückt der Beamte zwei große Besuchersessel für uns zurecht und verschwindet rasch mit unseren beiden Pässen. 

Martin und ich schauen uns fragend an. Uns gehen zeitgleich verschiedene Szenarien durch den Kopf. „Ist er jetzt mit unseren Pässen auf und davon?“ „Wie, geht er jetzt damit auf die kenianische Seite und wieder zurück?“ „Will er sich etwa unter der Hand ein wenig Geld verdienen?“ bis hin zu „Wo ist die Kamera? Sind wir bei ,Verstehen Sie Spaß'?‘“ Alle zehn Minuten kommt er jedoch bei uns vorbei, um uns über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren. Auf der kenianischen Seite sei gerade eine lange Warteschlange, und in dieser stünde auch sein Mitarbeiter für uns an, lässt er uns wissen. 

Nach rund vierzig Minuten kommt er tatsächlich mit unseren beiden Pässen zurück und zeigt uns die neuen Visa mit der aktuellen Gültigkeit. Wir zahlen 100 USD, den regulären Preis, und Martin bedankt sich bei ihm herzlich: „Vielen, vielen Dank! Das ist ein hervorragender Service"! Woraufhin er nur trocken sagt: „Aber selbstverständlich. Das ist doch unser Job!"

„Bitte weiter so. Wir Touristen danken es Ihnen!“

Wieder schauen wir uns völlig perplex an. Wir können nicht so recht glauben, was gerade vor sich gegangen ist. Erst einige Tage später wird es uns klar, als Jörg Gabriel uns erzählt: Der tansanische Tourismus-Minister hatte dem Grenzübergang im letzten September einen Überraschungs-Besuch abgestattet. Dabei hatte er diverse Missstände moniert, und das offensichtlich mit nachhaltigem Erfolg. Wir können dem Minister zu dieser Aktion nur gratulieren und ihm zurufen: „Bitte weiter so, wir Touristen danken es Ihnen!“




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