31. Dezember 2013

HAPPY NEW YEAR! / EIN GLÜCKLICHES NEUES JAHR!

HAPPY NEW YEAR to all of you, dear EarthLoversOnTour friends!
 
Just a short update: After 7 1/2 quite intense and exhausting weeks in Ethiopia we are very happy being back in Kenya. At the moment we are staying in Nanyuki at the foot of Mt. Kenya again for a few days, just to relax... and also to finally update our blog - so watch this space. 





EIN GLÜCKLICHES NEUES JAHR wünschen wir euch, liebe EarthLoversOnTour Freunde!

Nur ein schnelles Update: Nach 7 1/2 sehr intensiven und anstrengenden Wochen in Äthiopien sind wir sehr froh, nun zurück in Kenia zu sein. Im Moment genießen wir für einige Tage wieder Nanyuki am Fuße des Mt. Kenya, nur um zu relaxen,... und auch, um endlich den Blog zu aktualisieren. Also wenn ihr mögt, schaut bald wieder einmal "vorbei".




13. Dezember 2013

Lake Turkana Route: Infamous, and Justifiably So / Lake Turkana Route: berühmt berüchtigt, und völlig zu Recht

We are northbound. In front of us you see Merille, and with it the end of the tarred road. From here on there is only gravel road for a long distance - for those staying on the "Moyale Route" as well as for us turning off westwards.
Wir fahren gen Norden. Vor uns liegt Merille, und damit das Ende der Teerstraße. Ab hier gibt es erst einmal nur noch Piste - für diejenigen, die auf der "Moyale Route" bleiben, und für uns, die wir gen Westen abbiegen.
Beautiful moments
Schöne Augenblicke
So far the livestock we have seen on the road were mainly goats, sheeps,
cattle and donkeys. For a change here we come upon camels.
Zur Abwechslung treffen wir mal auf Kamele auf der Straße. Die Nutztiere, die wir
bisher dort antrafen, waren vorwiegend Ziegen, Schafe, Rinder und Esel
.
The Lake Turkana attracts not only us. Do you spot it, too?
Der Lake Turkana zieht nicht nur uns an. Seht ihr's auch?


Lake Turkana Route: Infamous, and Justifiably So


There are basically two options to drive from Kenya to Ethiopia. You can either take the way from Isiolo via Merilla and Marsabit up to the border town Moyale, which are roughly 500 km. The 370 km from Merille to Moyale are not tarred and thus demanding. (Yet this is the only non tarmac part on the "Cairo to Cape Town" route. Yes, you are reading correctly. Beside of these 370 km the total route is tarred. Can this still be an adventure?) Depending on the weather the driving conditions are bad to disastrous, with a lot of stranded trucks obstructing all traffic, and a quite long travel time. Even so this is the primary route.

For the alternative is the Lake Turkana route, and this one is infamous. Many passages are extremely rocky or sandy, partly cluttered with heavy stones and sharp lava rocks. Besides it is little used. In case of an emergency you would have to wait several days for a car to come by, in the rainy season even longer. We have hardly heard from someone who travelled this route with no problems. Some had to carry back their vehicles with damages to the chassis by truck towards Nairobi. Others with a gearbox damage or engine failure had to wait on the road for a quite a while. Still we decide for this option. "Why that?", you might ask. Well, first the landscape is said to be spectacular. Second: Martin already took the other road a few years ago. Third: The adventure is calling (at least the male part of our crew;-)). And we shall not be disappointed. We experience a unique landscape and even several challenges re routing and our vehicle:



Lake Turkana Route: berühmt berüchtigt, und völlig zu Recht


Um von Kenia nach Äthiopien zu fahren, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: zum einen den Weg von Isiolo über Merille und Marsabit bis zum Grenzort Moyale, das sind rund 500 km. Die etwa 370 km von Merille bis Moyale sind nicht geteert und damit "nicht ohne". (Allerdings ist dies das einzige ungeteerte Stück auf der gesamten Strecke "Kairo bis Kapstadt". Ja, ihr lest richtig. Alles andere ist bereits Teerstraße! Das ist doch kein wirkliches Abenteuer mehr, oder?). Je nach Wetter sind die Straßenverhältnisse hier schlecht bis katastrophal, mit zahlreichen steckengebliebenen LKWs, die den Weg blockieren, und einer ewig langen Fahrzeit. Dennoch ist dies die Hauptroute.

Die Alternative geht am Lake Turkana entlang, und sie ist berühmt berüchtigt. Der Weg ist nämlich in langen Passagen extrem steinig oder sandig, teilweise übersät mit dicken schweren Steinbrocken und spitzem Lavagestein. Zudem ist sie sehr wenig befahren. So kann es einem im Notfall passieren, dass mehrere Tage kein Auto vorbeikommt, in der Regenzeit noch länger. Wir haben von kaum einem Reisenden gehört, der die Strecke nicht ohne Vorfälle meistern konnte. Einige mussten ihre Fahrzeuge mit Schäden am Fahrwerk von LKWs Richtung Nairobi (zurück)transportieren lassen, andere blieben mit Motor- und Getriebeschaden längere Zeit liegen. Dennoch wählen wir diese Route. Warum denn das? Erstens: Die Landschaft soll spektakulär sein. Zweitens: Martin ist die andere Strecke bereits einige Jahre zuvor einmal gefahren. Drittens: Das Abenteuer ruft (zumindest den männlichen Teil unserer Crew;-)). Und wir werden auch tatsächlich nicht enttäuscht. Wir erleben einmalige Landschaften und gleich mehrere Herausforderungen bzgl. Streckenführung und Fahrzeug: 


Lava rocks en masse
Lavagestein in endlos erscheinenden Mengen

The kids are running over the sharp stones as fast as
the likes of us over an even lawn.
Die Kids laufen über die spitzen Steine so flink wie
unsereins über eine ebene Rasenfläche
.
Interesting routing
Interessante Streckenführung

 

Challenge No 1


Missionaries who are working in the region for a long time recommended a safe and beautiful section northwards which runs parallel between the Moyale and the southern Lake Turkana route. (We got this recommendation already a while ago, when we first wanted to drive to the north. Yet now we do not give any weight to this fact.) In Merille we shall drive westwards to Kargi and from there through the Chalbi Desert. Thus we are driving into the desert. I am looking into the distance and say to Martin: "Wow, it is shimmering like a Fata Morgana." Error! Even a big one. It is all water! The rainy season has unfortunately started yet. The desert has already turned into a temporary lake! It's not just that our camper is getting clearly slower. He is even threaten to cave in. This is one of the very rare moments on our tour when Marting gets noticeably tense. He tries to drive back in a big circle as quickly as possible. I hold my breath. The salty wet clay is flying through the air metres high. Our windscreen turns black immediately. After what seems like an eternity but in fact is just a short while the 4x4 is in its old rut. Finally the camper gathers speed again. Pheeeeew! It's done! That was close!!!

For the first time I now really appreciate the 250 PS of our car!

Back in Kargi we tell the locals about our experience. We are relieved that we have not to wait out there for estimated two days until everything is dry again, we say. Yet they are looking at us with a strange smile. Two days? No, rather six months. Only when the wet season is over someone could get the vehicle out, they let us know. And this would usually last for half a year. Having said that the camper would be rusted through by then, as the Chalbi is a salt desert. My goodness! We are damned lucky!!!

 

Herausforderung Nr. 1


Ein Missionarspaar, schon lange in der Region tätig, hat uns ein sicheres und schönes Streckenstück gen Norden empfohlen, das genau parallel verläuft zwischen der Moyale- und der südlichen Lake Turkana-Route. (Diese Empfehlung erhielten wir zwar bereits vor einige Wochen, als wir die Strecke schon einmal anpeilten. Doch dabei denken wir uns jetzt nichts.) Wir sollen bei Merille westlich fahren nach Kargi und von dort durch die Chalbi Desert. Wir fahren also in die Wüste hinein. Ich schaue nach vorne und sage noch: "Wow, da flimmert es wie eine Fata Morgana." Irrtum! Ein sehr großer sogar. Das ist alles Wasser! Die Regenzeit hat leider schon begonnen. Aus der Wüste wird ein temporärer See! Unser Camper wird deutlich langsamer. Nicht nur das: Er droht sogar einzusinken! Das ist einer der seltenen Fahrmomente auf unserer Tour, in denen Martin sichtlich angespannt ist. Er versucht, in einem großen Kreis schnellstmöglich zurückzufahren. Mir stockt der Atem. Der salzige nasse Lehm fliegt meterhoch durch die Luft. Unsere Frontscheibe ist sofort schwarz. Nach kurzer Zeit, für mich allerdings wie eine gefühlte Ewigkeit, ist der 4x4 in der alten Fahrspur. Endlich nimmt er wieder Fahrt auf. Puuuuuuuhhhhhh..... Geschafft!!! Das war knapp!!!

Ich weiß erstmals den Wert von 250 PS so richtig zu schätzen!

In Kargi berichten wir den Einheimischen über unser Fahrerlebnis. Wir sind erleichtert, dass wir nicht geschätzte zwei Tage dort warten müssen, bis alles wieder abtrocknet, sagen wir. Doch sie schauen uns nur mit einem merkwürdigen Lächeln fragend an. Zwei Tage? Nein, eher sechs Monate. Denn es könne einen dort erst jemand herausholen, wenn die Regenzeit vorbei sei. Und die dauere in der Regel ein halbes Jahr. Doch bis dahin sei das Fahrzeug eh total durchgerostet, denn die Chalbi Desert ist schließlich eine Salzwüste. Du meine Güte! Welch ein Riesenglück haben wir denn da gehabt!!


C'mon, it could have really been a Fata Morgana, couldn't it?
Kommt schon, es hätte doch wirklich eine Fata Morgana sein können, oder?
Our windscreen starts getting black.
Wir fangen an, schwarz zu sehen - im wahrsten Sinne des Wortes
.
The layer of clay is 20 cm thick, at least.
Die Lehmschicht ist 20 cm dick, mindestens.
Even Momo enjoys her deep relaxation after our Chalbi adventure.
Nach unserem Chalbi-Erlebnis ist Tiefenentspannung angesagt, auch bei Momo
.
The locals in Kargi give us a strange smile. Why? See text.
In Kargi ernten wir für unsere Erzählungen ein merkwürdiges Lächeln. Warum? Siehe Text
.

 

Challenge No 2


In Kargi our "Tyre Pressure Monitoring System" lights up red: flat tyre in the back right. At least the first one since our departure in Cape Town. Thus tyre change is indicated now. With the eager support of the local Rendilles it is done quickly, though.

Herausforderung Nr. 2


In Kargi leuchtet dann auch noch unser "Tyre Pressure Monitoring System" rot auf: Reifenplatten hinten rechts. Immerhin erst der erste seit unserer Abfahrt in Kapstadt. Also ist Reifenwechseln angesagt. Mit der freundlichen Unterstützung der Rendilles ist das allerdings flott erledigt.



Spontaneous teamwork with the Rendilles
Spontanes Teamwork mit den Rendilles
Sceptical bystanders
Skeptische Zuschauerinnen
And off we go again!
Und auf geht's wieder!

 

Challenge No 3


The following night we stay on the Lake Turkana in Loiyangalani at a mission. Here it is not only hot, with the result that we have to open all our windows widely. Towards evening also a squally wind is coming up. In the night I hear a loud noise. I assume our rooflight closed. When later on I hear another noise, I get out of the bed, checking what is going on here. So much for the rooflight. Due to the wind the panorama window has taken off its hinges. It is meanwhile dragged across the gravel ground for around twenty meters. A small window shares the fate. In the dark I collect the windows and hinges. In the morning I feel whacked due to the broken sleep, the heat and the furious squalls. Martin is much more relaxed. He repares the windows, put them in patiently and designs an additional bracket in order to avoid further similar "take-offs".

Herausforderung Nr. 3


Die kommende Nacht verbringen wir am Lake Turkana in Loiyangalani an einer Missionsstation. Dort ist es nicht nur sehr heiß, so dass wir all unsere Fenster weit aufmachen. Gegen Abend kommt auch noch ein böiger Wind auf. Nachts höre ich plötzlich einen Schlag und denke, unser Dachflächenfenster ist zugefallen. Als es später nochmals einen Schlag gibt, stehe ich auf, um zu sehen, was eigentlich los ist. Von wegen Dachfenster. Der Wind hat unser Panoramafenster aus den Angeln gehoben, abgerissen und es inzwischen rund zwanzig Meter weit über den Schotterboden geschleift. Ein kleines Fenster hat das gleiche Schicksal ereilt. Ich sammele im Dunkeln Fenster und Scharnierteile ein und bin am nächsten Morgen gerädert vom schlechten Schlaf, der Hitze und den heftigen Böen. Martin ist viel relaxter. Er repariert die Fenster, setzt sie geduldig wieder ein und konstruiert eine zusätzliche Halterung, um unerwünschte "Abflüge" künftig zu vermeiden.

 

Challenge No 4

 

At a rock outcrop about 140 km behind Loiyangalani we tear off an U bolt and the centering pin of the right rear leaf springs. Oh no, not that! We are only halfway between Loyangalani and Ileret in the northeast of the Lake Turkana and "in the middle of nowhere"! Luckily we have two spare U bolts. That's what I call foresight! While Martin is changing the bolts, he realizes that a screw of the battery box teared off too. We are lucky under the circumstances, as we can fix this now, before the box breaks loose. As a precaution Martin is checking everything again before we go on.

 

Herausforderung Nr. 4


Rund 140 km hinter Loiyangalani reißen uns an einer Felsnase ein U-Bolzen und der dazugehörige Zentrierbolzen der rechten hinteren Blattfedern ab. Na prima! Wir sind erst auf halber Strecke nach Ileret an der Nordost-Seite des Turkanasees, und "in the middle of nowhere"! Glücklicherweise haben wir zwei neue U-Bolzen als Ersatz dabei - das nenne ich Weitsicht! Während Martin die Bolzen auswechselt, stellt er fest, dass zudem eine Schraube am Batteriekasten abgerissen ist. Glück im Unglück, denn das können wir jetzt rechtzeitig fixen, bevor wir den gesamten Batteriekasten verlieren. Sicherheitshalber checkt Martin nochmals alles, bevor wir uns auf die weitere Fahrt begeben.



This sight does not rejoice my heart - and we are in the middle of nowhere.
Dieser Anblick erfreut mein Herz nicht - und wir sind mitten im Niemandsland.
Self do, self have, and Martin is even good-tempered.
Selbst ist der Martin, und das auch noch bei guter Laune.
Centering of the axle is not that easy.
Zentrieren der Achse ist nicht so einfach.

 

Challenge No 5


Some days later, still on the Lake Turkana, I wake up in the middle of the night by a strange beep from our electrical board. On top of this our fridge goes out and does not start again. An alarming sign, since in this heat it is running virtually 24/7. Irritated I think: "What is it now?" and waken Martin. He checks the system and discovers that in one of the garages we have been in recently they have connected by mistake the starter battery with the batteries in the cabin. It is nearly empty now, so that we can merely start the camper by the help of the cabin batteries. We have to run the motor for 1 1/2 hours in the night in order to upload the starter battery. Otherwise in the morning we would have to wait for external help. And who knows when this can be expected...

To tell the truth that are enough surprises now on this way. I can only say: the Lake Turkana route is quite rightly seen as infamous. Apart from this I have to admit: The region is truly beautiful, and the main road in Loyangalani is the most pristine and interesting one we have seen on our tour so far. With colourful figures of the different tribes in the area, and nearly off the beaten touristic track. But more about it in our next posts.

 

Herausforderung Nr. 5


Einige Tage später, noch immer am Lake, werde ich nachts von einem merkwürdigen Piepsen an unserem Elektroboard wach. Außerdem geht der Kühlschrank aus und nicht mehr an. Ein beunruhigendes Zeichen, denn bei der Hitze hier läuft er quasi rund um die Uhr auf Hochtouren. Ich denke genervt: "Was ist denn nun schon wieder passiert?", und wecke Martin. Er checkt das System. Dabei stellt er fest, dass in einer der Werkstätten, die wir zuletzt besucht haben, die Starterbatterie des Fahrzeugs irttümlich auf die hinteren Batterien der Kabine geschaltet worden ist. Sie ist nun so leer, dass wir den Camper nur noch mit Unterstützung der Kabinenbatterien so gerade mal starten können. 1 ½ Stunden müssen wir den Motor nachts durchlaufen lassen, um die Starterbatterie wieder aufzuladen. Andernfalls müssten wir am nächsten Morgen auf externe Hilfe warten. Und wer weiß, wann die kommt….

Ehrlich gesagt reicht es mir jetzt mit den Überraschungen auf dieser Strecke. Ich kann nur sagen: die Lake Turkana Route wird ihrem Ruf durchaus gerecht. Abgesehen davon muss ich jedoch zugeben: Die Gegend ist wirklich außergewöhnlich schön, und die Main Road in Loyangalani die ursprünglichste und interessanteste, die wir auf unserer Tour bislang gesehen haben. Mit schillernden Typen der verschiedenen Tribes hier aus der Gegend, und touristisch noch weitgehend unverdorben. Doch mehr davon in unseren nächsten Posts.


 
Like I said: the landscape is truly beautiful, ...
Sag ich doch: eine außergewöhnlich schöne Landschaft, ...

... just unique
... schlicht einzigartig
Our Momo: Virtually she is always in a good mood when she can be outside,
like here, somewhere on the road to Lake Turkana.
Unsere Momo: Sie hat eigentlich immer "gut Lachen", wenn sie draußen sein kann,
wie hier irgendwo auf der Strecke zum Lake Turkana.




Ol Pejeta Conservancy: First Discussions, then a Surprise / Ol Pejeta Conservancy: zuerst Diskussionen, dann eine Überraschung

Rhinos: fascinating animals, but highly endangered. I could watch them for hours.
Nashörner: faszinierende Tiere, doch leider stark in ihrer Existenz gefährdet.
Ich könnte sie stundenlang beobachten.
Spotting the first wild dog makes our hearts leap for joy,...
Unser beider Herzen schlagen höher, als wir den ersten Wildhund entdecken,...
... and we are melting away at the sight of this little chappy.
... und wir schmelzen dahin beim Anblick dieses kleinen Kerlchens
.
Unique experience, to watch the little wildogs at play
Einmaliges Erlebnis, die kleinen Wildhunde beim Spielen zu beobachten

"I am not interested in a privately run park", Martin says. That hits home! "Hey, Ol Pejeta is a not-for-profit wildlife conservancy. They are doing exemplary work which I am following for a long time already. They are cooperating successfully with the surrounding local communities. The conservancy also boasts the largest sanctuary for black rhinos in East Africa, and we have not seen any rhino so far on our tour", I argue. (Except Maxwell, the blind rhino in the DSWT in Nairobi.) "Well, you can go there alone", is Martin's suggestion. This I don't want, since he should see the rhinos as well. There are not that many left on Earth, unfortunately. I phone Tine, a Belgian living close to Nanyuki, and ask for her opinion. She recommends to go there, because of the wildlife and landscape likewise. My husband still hangs back. Therefore I contact Raabia. Being us, of course she would go, she says. There would also be some wild dogs around. With a bit of luck we could even see them, she adds. Wild dogs, Martin's favorite wildlife. This is THE argument! Next morning we are going together to Ol Pejeta Conservancy, situated a few kilometers west of Nanyuki/Mt. Kenya. And look what we find:





Ol Pejeta Conservancy: zuerst Diskussionen, dann eine Überraschung


"So ein künstlich angelegter privater Park interessiert mich nicht besonders", sagt Martin. Das sitzt! "Hey, Ol Pejeta ist eine gemeinnützige Organisation, die vorbildliche Arbeit leistet im Tierschutz. Über sie lese ich schon seit langem. Sie arbeitet erfolgreich mit den umliegenden Gemeinden zusammen. Es gibt dort auch das größte Sanctuary für Spitzmaulnashörner in Ostafrika, und wir haben bisher noch kein einziges Rhino auf unserer Tour gesehen", argumentiere ich. (Maxwell, das blinde Nashorn im DSWT in Nairobi, mal ausgenommen.) "Du kannst doch alleine dorthin fahren", meint Martin trocken. Will ich aber nicht, er soll doch auch die Nashörner erleben. So viele von ihnen existieren ja leider nicht mehr. Ich rufe Tine an, eine Belgierin, die nahe Nanyuki lebt, und frage sie nach ihrer Einschätzung. Sie empfiehlt einen Besuch, wegen der Tierwelt und Landschaft gleichermaßen. Mein Mann zögert trotzdem. Also telefoniere ich danach mit Raabia. Klar würde sie an unserer Stelle dorthin fahren, sagt sie. Außerdem gebe es dort auch einige Wildhunde. Wenn wir großes Glück hätten, würden wir sie zu Gesicht bekommen. Hey, das ist DAS Argument! Wild dogs, Martins Favoriten unter den Wildtieren! Wenn das nicht zieht…. Es zieht: Am nächsten Morgen fahren wir gemeinsam ins Ol Pejeta Conservancy, einige Kilometer westlich von Nanyuki/Mt. Kenya gelegen. Und schaut mal, was wir hier alles sehen:
 


Here some of the 19 wild dog puppies are romping around.
Hier tollen einige der insgesamt 19 Wildhund-Welpen herum.
Curiously, but in safe distance the young wild dogs are inspecting our camper.
Neugierig, doch in sicherem Abstand inspizieren die jungen Wildhunde unseren Camper.
The adult wild dogs have their work cut out in order to keep the litter of puppies in check.
Die erwachsenen Wildhunde haben "alle Hände voll" zu tun, die Welpenschar in Schach zu halten
.
Family disput?
Familienstreitereien?
What are you hatching, guys?
Na, was heckt ihr denn gerade aus?
Wild dogs are no danger for humans. Even so some people are scared of them
due to their name "wild", and they kill these endangered animals only for this reason.
That is why in some other places they are called "painted dogs" -
just as a protective measure.
Wildhunde sind keine Gefahr für Menschen. Dennoch hat so manch einer Angst
vor ihnen aufgrund ihrer Bezeichnung "wild", und das wiederum ist
gefährlich für die bedrohten Tiere: Sie werden öfter gewildert.
Zu ihrem Schutz heißen sie daher andernorts auch "painted dogs".
Are the rhinos just snoozing, or are they watching us just like we are watching them?
Ob die Nashörner nur dösen, oder uns ebenso beobachten wie wir sie?
We are watching a rhino mother and her calf for quite a while. The little one is jigging about
playfully. This delightful sight cheers our heart. I hope more and more people take a stand
for this iconic species, so even future generations will be able to witness
such an infectious zest for life.

Einem Nashorn-Weibchen und ihrem Jungen sehen wir eine Weile zu. Das Kleine hüpft ausgelassen
um seine Mutter herum. Uns geht das Herz. Hoffentlich setzen sich noch mehr Menschen gegen
die irrsinnige Nashorn-Wilderei ein, damit auch künftige Generationen diese Lebensfreude
erleben und sich davon anstecken lassen können.
Here we also see the rare Grevy Zebra for the first time. Its stripes are so thin that
from the distance it looks like being grey.
Wir sehen hier auch erstmals das seltene Grevyzebra. Seine Streifen sind so fein, dass es
von der Ferne grau erscheint.
Always a feast for the eyes, the crowned crane
Immer wieder eine Augenweide, der Kronenkranich
There is also a chimpanzee sanctuary in Ol Pejeta - the only one in Kenya
In Ol Pejeta gibt es auch ein Schimpansen-Sanctuary - das einzige in Kenia
The Ol Pejeta Ranch House in the distance once belonged to
the Saudi Arabian weapons dealer Adnan Khashoggi.
Das Ol Pejeta Ranch House in der Ferne gehörte einst dem
saudi-arabischen Waffenhändler Adnan Khashoggi.
Tine and her daughter Yvonne, our lovable hosts for two nights. We are telling Tine that we are
on our way to Ethiopia, when Yvonne suddenly asks: "Why are you going to Ethiopia?"
Confused Martin and I look at each other. We reckon without such a question of a little one
being not even three years old. Next day when we return from Ol Pejeta, she
immediately wants to know: "What kind of animals have you seen today?"
Like I said, she is not even three. I am highly impressed!
Tine und ihre Tochter Yvonne, unsere liebenswerten Gastgeber für zwei Nächte. Als wir Tine erzählen,
dass wir auf dem Weg nach Äthiopien sind, fragt Yvonne uns unvermittelt: "Warum fahrt ihr nach Äthiopien?" Martin und ich schauen uns perplex an. Mit einer solchen Frage einer noch nicht einmal Dreijährigen
haben wir nicht gerechnet. Als wir am nächsten Tag von Ol Pejeta zurückkommen, will sie direkt wissen:
"Welche Tiere habt ihr heute gesehen?" Wie gesagt, sie ist noch keine drei Jahre alt. Ich bin schwer beeindruckt!
Also Ilan, Tine's son, makes a lasting impression on us, as he suggests to us that
on every campsite we should leave some food for the birds, as a little thank you.
Sometimes, when I doubt about the future of our planet, I immediately think
of these two and other impressing children we have met on our tour so far.
It will work out all right. I stay optimistic!
Auch Ilan, Tines Sohn, hinterlässt auf uns einen bleibenden Eindruck. Schlägt er uns doch vor,
an jeder Campsite ein wenig Futter für die Vögel zurückzulassen, als kleines Dankeschön.
Wenn ich manchmal in Zweifel gerate über die Zukunft unserer Erde, denke ich schnell
an diese beiden und andere beeindruckende Kinder, die wir kennengelernt haben.
Das wird schon. Ich bleibe optimistisch!

The Benedictine Monastery in Nanyuki: here we enjoy the hospitality of Brother Stephen
and his team even for several nights.
Das Benediktiner-Kloster in Nanyuki: hier sind wir sogar einige Nächte und genießen
die Gastfreundschaft von Bruder Stephen und seinem Team.